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Über die Problematik der Tempi

Über die Problematik der Tempi

Vorwort : Die vorliegende Studie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für eine gründliche Studie über dieses Thema, siehe : Les symphonies de Ludwig van Beethoven, une étude historique analytique et critique en vue d’une nouvelle édition – Université de Paris Sorbonne - Paris IV (Doktorarbeit des Verfassers). 

 Für jeden Zuhörer, dem die heutige Aufführungen der Neunte Symphonie vertraut sind, könnte die vorliegende Aufnahme wohl eine grosse Überraschung sein. Noch mehr überraschend aber zu erfahren daß unsere Hauptsorge war, Beethovens Metronomangabe genau zu achten ! Oft wurde vermutet, diese wären leichtsinnig, da die angegebene Tempi anscheinend zu schnell, sogar unspielbar, wären, selbst wenn heutzutage, einige Ensembles oder “Interpreten”, sich auf eine historische Aufführungspraxis berufend, sie so genau mathematisch treu anzuwenden probieren.

 Auf die Gefahr hin, schwerverständlich zu sein, müssen wir hier auf einige wesentliche Elemente, die unsere Überlegung über Beethovens Metronomangaben begründen, hinweisen :

Anstelle des üblichen “mathematischen” Lesen der beethoven’schen Metronomangaben, scheint es nötig ein “metrisches” Lesen  zu setzen. Dies führt dann zu anscheinend überraschende Entscheidungen, da die meiste so erworbene Tempi zweimal langsamer als mit einem mathematischen Lesen herauskommen.

Der Grund solches metrischen Lesen hier zu beweisen würde zu weit führen, sowie eine gründliche Erklärung der Überlegungen nach den wir für jede Metronomangabe der Neunte Symphonie das richtige “metrische” Lesen festgelegt haben.
 
 Wichtig ist zu verstehen daß das Problem nicht mit Beethovens Metronomangaben liegt, sondern mit unserem Verständnis davon.

Um Beethovens Metronomanganben zu interpretieren sind mehrere Faktoren nötig :

- Erstens muss man von der Tatsache absolut überzeugt sein, daß für Beethoven, die Anwendung vom Metronom keine Nebensache ist.

- Zweitens, daß Mäzels Verbesserung des Metronoms um 1815, das Ergebnis einer langen, in der Renaissance angefangenen Entwicklung ist, die  wichtigen Bedürfnissen der Musiker entsprach.

- Drittens, daß man Beethovens Verwendung des Metronoms nicht verstehen und interpretieren kann ohne gründliche Kentnisse seiner Beziehung zum Rythmus. Was sagt Beethoven mit einer Tempo-Angabe ? Was für ein Wert, Wert-Komplex, oder Wert-Unterteilung ist hier gemeint? Man muß hier die Tradition, die Beethoven ernährt hat und seine eigenartige Verwendung des Instruments spontan bestimmt, gründlich kennen.

Wir können hier nur auf die Ergebnisse dieser Studie hindeuten, d.h.  auf den Zusammenhang zwischen Beethovens Angaben und ihren, unserer Meinung nach, obligatorischen metrischen Lesen. Im Grunde genommen handelt es sich um ihre ‘moderne’  Übertragung. Dort findet man eine kurze Darstellung des historischen Entwicklungsprozeß des Metronoms; einige Elemente über Beethovens festes Interesse für die Verwendungsmöglichkeiten des Geräts, sowie eine ausführliche Demonstration der Notwendigkeit des metrischen Lesen, und derer Anwendung auf die Metronomangaben der 9. Symphonie.

Maximianno Cobra

 Metric Reading / Metrisches Lesen / Lecture metrique

Thesis - Arsis
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 Metrical reading

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