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MAXIMIANNO COBRA

Die Bildungsjahre : Klavierspielen oder Dirigieren ?

Mit 5 begann der in Rio de Janeiro 1969 geborene französisch-brasilianische Pianist, Komponist und Dirigent Maximianno Cobra seine musikalische Ausbildung. Früh merkte seine Klavierlehrerin  Maria José Repsold die Interesse ihres jungen Schülers, der kaum 13 war,  für Komposition und riet ihn Harmonie und Analyse zu studieren. Der Junge folgte diesem Rat und sein Musikleben orientierte sich fortan Richtung Dirigieren und Komponieren.

Entscheidend ist seine Begegnung mit Dirigent Alcino Bocchino, mit dem er ab seinem 15. Lebensjahr seine Studien in den Fächern Dirigieren, Kontrapunkt, Fuge und Komposition weiterführt. Bald wird Maximianno Cobra Bocchinos Assistent und macht seine erste Erfahrungen mit verschiedenen Orchestern und Theatern.

Die Anfänge : Musik, Theater, Philosophie - die drei Säule der Befreiung

1989 debütierte Maximianno Cobra in Rio de Janeiro mit dem Brasilien Philharmonischen Orchester. Den Zuhörern bot der mit Pianist Nelson Freire als Solist Beethoven gewidmete Abend die Egmont-Ouvertüre, das 5. Klavierkonzert und die 5. Symphonie. Das Konzert war ein Riesenerfolg und Maximianno Cobra wurde einen fünfjährigen Vertrag für die musikalische Leitung des Brasilien Philharmonischen Orchesters angeboten. Als Gastlehrer an verschiedenen Opernstudios arbeitete er noch dazu mit jungen Opernsängern besonders im Fach Bühneninszenierung.

Tatsächlich hatte Maximianno Cobra während seiner Bildungsjahren immer wieder Theater- und Philosophie-Meisterklassen besucht. Diese zwei Bereiche betrachtete er inzwischen als eine Art « zweite Natur ». Seine philosophische und politische Auffassungen sind von seinen Spinoza, Nietzsche und Deleuze-Lektüren sehr geprägt. Mit der Entdeckung des Shakespeareschen Schaffen erlebte er eine « existentielle Erschütterung ». Seine Interesse fürs Theater führte ganz natürlich zur Stanislavsky-Methode der Schauspielkunst deren Studium für seine eigene Identitätsuche als Künstler eine wichtige Rolle spielte, sowohl im Bezug auf das Dirigieren als das Bühneninszenieren.

1990 führt er seine Ausbildung in Europa an der Wiener Hochshule für Musik und darstellende Kunst  als Stipendiat fort. Den Kontakt zum Mutterland ist aber nach wie vor aufrechterhalten: auf Maestro Eleazar de Carvalhos Aufforderung hin dirigiert Maximianno Cobra  das Brasilien Symphonische Orchester und das  Orchester des Bundesstaats Sao Paolo. Daneben produziert er für TVE, ein vom Brasilianischen Kulturministerium untergestützten Programm des ‘TV Brasil’, eine Konzertserie (die er auch dirigiert) mit dem Brasilien Philharmonischen bzw. Symphonischen Orchester. Seine europäische Debut macht Maximianno Cobra im Jahr 1993 in Paris an der Salle Pleyel mit dem Orchestre Lamoureux.
 
Danach : Europa - Träume und Kämpfe

In 1993 fängt eine Zusammenarbeit mit der Ungarischen Staatsoper und dem Budapest Philharmonischen Orchester. Nach dieser ersten Tournee in Frankreich (mit Beethovens Fidelio und den gesamten Brahms Symphonien) gastiert der Dirigent regelmässig in der ungarischen Hauptstadt. Im Auftrag des HODIE-Tempus Collection Labels übernimmt er 1999 das neugegründete Europa Philharmonia Orchester, das die beste ungarische Orchestermusiker für Multimedia-Aufnahme zusammenbringt. Für das Label hat Maximianno Cobra schon etwa zwanzig Aufnahmen produziert und dirigiert,  davon eine DVD-VIDEO u. AUDIO mit Beethovens 9. Symphonie.

Parallel zur beruflichen Tätigkeit promovierte Maximianno Cobra bei Prof. Serge Gut an der Pariser Sorbonne im Fach Musikwissenschaft/Musikgeschichte. Seine Arbeit über Les Symphonies de Ludwig van Bethoven : une étude analytique, critique et historique en vue d’une nouvelle édition basierte auf Prof. Willem Retze Talsmas Forschung und war der Problematik der Beethovenschen Tempi und Metronom-Angaben gewidmet. Seitdem ist die TEMPUS-Theorie im Zentrum seiner Forschung. Seine  Arbeit wurde in verschiedenen Musikwissenschaftszeitschriften rezensiert, u. a. in der Revue musicale de la Suisse Romande und ist auch im Carl Honorés Bestseller Slow life (orig. Titel: Éloge de la lenteur) zitiert.

Für einige Zeit war Maximianno Cobra Forschungsleiter am Centre Mozart und Leiter des Centre d’Études Beethovéniennes de France. Jetzt leitet er die wissenschatliche Kommission der Forschungsgruppe Les Neuf Soeurs die sich die Erhaltung und Veröffentlichung Kunstwerken von philosophisch-humanisticher Natur als Ziel gesetzt hat.

Heute : Horizontal betrachtet - Notenschrift, Schrift und Symbolschrift

Maximianno Cobra lebt seit 1993 in Frankreich und widmet sich heute vorwiegend der Komposition. Als Dirigent führt er seine Arbeit  über die TEMPUS-Theorie fort. Parallel dazu schreibt er Adaptionen für das Theater und Drebücher sowie philosophische (Kunstæsthetik) und politische Essays.

Eine selektive Discographie :

J.S. Bach : The  – Goldberg-Variationen
Ludwig van Beethoven : Die Sämtlichen Symphonien
A. Bruckner : Symphonie No 9
W.A. Mozart : Symphonien 25, 40 et 41
W.A. Mozart : Operas Ouvertures Vol.  I – III
W.A. Mozart : Requiem
Gustav Mahler: Symphonie No 5
F. Schubert: Symphonie No 9 “La Grande”
Richard Wagner: Orchestral Music Vol.  I - IV

Biographie zusammengesetzt von Katarzyna LE FE nach einer Interview mit Maximianno Cobra im Oktober 2007

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